Montag, 6. Februar 2012

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DIHK-Gründerreport 2010: Pioniere gesucht

Das Gründungsinteresse ist im Jahr 2009 deutlich gestiegen – insbesondere aufgrund drohender Erwerbslosigkeit. Doch nur vier von zehn Gründern sind vornehmlich von Pioniergeist getrieben. Nur jeder 17. strebt eine Gründung in einer Hightech-Branche an. 

Diese Kernbotschaften enthält der DIHK-Gründerreport 2010, mit dem der Deutsche Industrie- und Handelskammertag (DIHK) jährlich eine Einschätzung der IHK-Organisation zum Gründungsgeschehen in Deutschland in Industrie, Handel und den Dienstleistungsbranchen vorlegt. Grundlage für die DIHK-Studie sind Erfahrungsberichte der IHK-Gründungsberater aus den 80 Industrie- und Handelskammern sowie eine statistische Auswertung zum IHK-Gründerservice.

Die Kernaussagen des DIHK-Gründerreports 2010 im Überblick:

Gründungsinteresse steigt kräftig
Im Jahr 2009 haben sich deutlich mehr Gründungsinteressierte bei den IHKs zur unternehmerischen Selbstständigkeit erkundigt als im Vorjahr – und zwar vor allem aufgrund drohender Erwerbslosigkeit. Die IHKs führten 14 Prozent mehr Gespräche mit Gründern, insgesamt 363.501.

Deutlich mehr Stellungnahmen für Förderanträge
Insgesamt gaben die IHKs im letzten Jahr 32 Prozent mehr gutachterliche Stellungnahmen für Förderanträge von Unternehmensgründern ab – insgesamt 30.723. Bei fachkundigen Stellungnahmen für den Gründungszuschuss  haben die IHKs sogar 44 Prozent mehr Einschätzungen abgegeben (22.728). In dem Anstieg der Stellungnahmen für Bürgschaftsanträge um 38 Prozent (auf 4.985) zeigt sich, dass viele Gründer Schwierigkeiten haben, erhöhten Anforderungen an Sicherheiten nachzukommen und dass der erweiterte Rahmen für Bürgschaften auch für Gründer seine Berechtigung hat.

IHKs erwarten weiter mehr Unternehmensgründer …
76 Prozent der IHK-Gründungsberater rechnen mit weiter steigendem Gründungsinteresse. Der Zuwachs dürfte sich jedoch angesichts der Entspannungstendenzen auf dem Arbeitsmarkt etwas abschwächen. Die IHKs erwarten vergleichsweise gute Perspektiven für Gründungen in den Bereichen Umwelttechnik und Energieeffizienz sowie aufgrund der demografischen Entwicklung bei Dienstleistungen für Senioren, im Sozialwesen, bei Pflegedienstleistungen und bei Services für private Haushalte.

… doch die Gründungsqualität lässt nach
Nur vier von zehn Gründern sind vornehmlich von unternehmerischem Pioniergeist getrieben. Die meisten Gründer geben Arbeitslosigkeit als Hauptmotiv für den Schritt in die Selbstständigkeit an. Zudem gehen viele übereilt an den Start: 65 Prozent der arbeitslosen Gründungsinteressierten können die Vorzüge ihrer Geschäftsidee (Alleinstellungsmerkmal) nicht erklären. Oft steht die Frage nach staatlicher Förderung im Fokus der Gründer.

Wenige Gründungen mit hohem Innovationspotenzial
Nur sechs Prozent der Gründungsinteressierten streben eine Gründung in einer Hightech-Branche an. Im Jahr 2009 suchten 3.272 Gründer, die ein Hightech-Projekt verfolgen, IHK-Gründungsberatungen auf – 21 Prozent weniger als im Jahr 2006, als die Zahl der Hightech-Gründer bei den IHKs erstmalig erhoben wurde.

13 Prozent mehr gründungsinteressierte Frauen
Im Jahr 2009 haben sich 13 Prozent mehr Frauen als im Vorjahr bei den IHKs zur Selbstständigkeit erkundigt (insgesamt 141.838). Bei den Männern war der Anstieg mit 14 Prozent etwas stärker (auf 221.663). Längerfristig holen Frauen jedoch auf: Seit dem Höhepunkt des Ich-AG-Booms im Jahr 2004 hat sich der zahlenmäßige Abstand zu den Männern fast halbiert (von 131.699 auf 79.824). Der Anteil gründungsinteressierter Frauen ist in diesem Zeitraum von 34 Prozent auf 39 Prozent gestiegen.

Letzte Änderung:  07.07.2010
Dokumenten-Nr.: 071018220
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