
Um Dritte von der eigenen Idee zu überzeugen, benötigt man ein in Form und Inhalt erstklassiges Unternehmenskonzept. Darüber hinaus soll es im Idealfall aber auch eine konkrete Handlungsanleitung beim Schritt in die Selbstständigkeit sein.
Die äußere Form des Unternehmenskonzeptes ist – gerade für Dritte – von großer Bedeutung. Auf einen kurzen Nenner gebracht heißt das: "Das Auge isst mit."
Das Konzept sollte als Daumengröße einen Umfang von 25 Seiten haben und muss für den Leser trotz der damit verbundenen Informationsfülle leicht zugänglich sein. Hierzu ist ein Deckblatt mit allen wichtigen Angaben (Name, Adresse, Telefonnummer etc.), ein Inhaltsverzeichnis mit einer klaren Gliederung und ggf. ein Anhang erforderlich. Darüber hinaus gilt gerade für komplexere und technikorientierte Vorhaben, dass die Geschäftsidee stets auch für Nichtfachleute verständlich sein muss – mitunter empfiehlt es sich, das Unternehmenskonzept z. B. vom Partner auf diesen Aspekt hin prüfen zu lassen.
Von zentraler Bedeutung bleiben jedoch auf jeden Fall die Inhalte. Dabei gilt grundsätzlich: Es gibt für Unternehmenskonzepte keine Patentlösungen oder Vorlagen, die "nur" auf die eigene Idee umgeschrieben werden müssen. Vielmehr ist stets individuell auf die besonders kritischen Faktoren eines Vorhabens intensiv einzugehen; diese können von Branche zu Branche durchaus sehr unterschiedlich sein. So ist zum Beispiel beim Einzelhandel der Standort von großer Bedeutung, während er für viele Dienstleister vollkommen unerheblich ist.
Außerdem ist es in vielen Fällen ratsam, unterschiedliche Produkte/Dienstleistungen eigenständig zu analysieren; zum Beispiel könnte es in der Gastronomie sinnvoll sein, das Restaurant getrennt vom ggf. vorhandenen Bringdienst zu durchleuchten. Diese Einteilung in sogenannte "Strategische Geschäftseinheiten" kann sich darüber hinaus bei der späteren Unternehmenssteuerung als sehr nützlich erweisen.
Prinzipiell sollte das Konzept folgende Gliederungspunkte umfassen:
1. Zusammenfassung
Am Anfang sollte eine Kurzzusammenfassung des Vorhabens auf max. einer Seite stehen, um den Leser auf das eigenen Vorhaben einzustimmen und nachhaltig für die Idee zu interessieren. Dabei sollte geklärt WER tätig wird, WAS gemacht wird und WIE VIEL Umsatz und Ertrag erwirtschaftet werden kann bzw. WIE VIEL Kapital dafür notwendig ist.
2. Leistungsangebot – Zielgruppe
Detaillierte Beschreibung des Angebots bzgl. Merkmalen, Service, Qualität, Preis etc. unter Berücksichtigung der vermuteten Kundenwünsche. Dabei stellt sich oftmals das Problem, sich entweder auf die eigene Kernkompetenz zu beschränken oder einen "Bauchladen" an Einzelleistungen anzubieten, um möglichst kein Geschäft ablehnen zu müssen.
3. Markt – Standort
Neben einer Standortanalyse (Einzugsgebiet, Verkehrsanbindung, Kaufkraft, Art des Geschäftes, Werbewirksamkeit des Ladenlokals, Platzbedarf, Anrainer etc.) ist stets eine Wettbewerbsanalyse – z. B. mittels Testkäufen – erforderlich. Dabei ist es in der Regel sinnvoll, die Konkurrenz nach ihrer Bedeutung gewichtet zu beobachten (so genannte ABC-Analyse).
4. Organisation – Personal
Sowohl die Aufbau- als auch die Ablauforganisation ist im Vorfeld der Gründung präzise zu planen. Beispielsweise muss deutlich gemacht werden dass die geplante Mannschaft ausreichend bemessen ist, um z. B. die vorgesehenen Öffnungszeiten abdecken zu können.
5. Marketing – Vertrieb
"Tue Gutes und rede darüber." Auf diese nur vermeintlich einfache Formel ist die gesamte Werbeplanung (inkl. Werbebudgetplanung) auszurichten. Insbesondere ist die Art der Kommunikation mit den Kunden festzulegen: Werbefrequenz, -mittel, -träger, PR, Corporate-Identity, Sponsoring etc.
6. Zukunftsaussichten
Die meisten Vorhaben sind auf eine längere Zeitspanne ausgerichtet. Folglich muss aus dem Unternehmenskonzept auch deutlich werden, welche langfristige Zielsetzung der Gründer verfolgt. Darüber hinaus könnten beispielsweise problematische Branchentrends und geeignete "Gegenmaßnahmen" aufgezeigt werden.
Neben dem Textteil ist eine aussagekräftige Darstellung des Zahlenmaterials erforderlich. Für sämtliche Planungsrechnungen gilt, dass sie mit einer Mischung aus Plausibilität und "Kaffeesatzlesen" zu erstellen sind. Selbstverständlich lässt sich die Zukunft nicht exakt planen. Es wird allerdings erwartet, dass der Gründer ein realistisches Szenario entwirft.
Auf jeden Fall müssen die folgenden Pläne erstellt werden:
1. Investition und Finanzierung
Eine exakte Aufstellung des für die Gründung benötigten Anlage- und Umlaufvermögens – nach Möglichkeit mit Kostenvoranschlägen belegt – ist die Grundlage jeder Finanzplanung. Hinzu kommen allerdings noch Vorlaufkosten (Personal, Schulungen, Mietkautionen etc.) und möglicherweise eine Liquiditätsreserve für Anlaufverluste.
Parallel muss das Konzept Angaben zur Finanzierung enthalten. Eine Eigenkapitalausstattung von 15% ist dabei zumeist eine Marke, die nicht unterschritten werden sollte. Darüber hinaus sind Angaben zu Sicherheiten, die ggf. eingesetzt werden können, notwendig.
2. Liquiditätsplanung
Die Liquiditätsrechnung soll den laufenden Finanzbedarf eines Unternehmens darstellen. Grundsätzlich gilt: Liquidität vor Rentabilität.
Um die Höhe von Anlaufverlusten oder saisonalen Schwankungen etc. richtig einschätzen zu können, ist eine Liquiditätsplanung unumgänglich. Mit ihr werden alle erwarteten Zahlungsströme (Zu- und Abflüsse) auf monatlicher Basis erfasst.
3. Rentabilitätsplanung
Die Rentabilitätsrechnung dient also zur Ermittlung des betriebswirtschaftlichen Erfolgs eines Unternehmens.
Mit der Rentabilitätsplanung werden die prognostizierten Umsätze den kalkulierten Kosten auf Jahresbasis gegenübergestellt und somit der zu erwartende Gewinn ermittelt. Im Unterschied zur Liquiditätsrechnung wird u. a. stets "Netto" (also ohne Umsatzsteuer) gerechnet und Abschreibungen berücksichtigt.
Schließlich sollte das Unternehmenskonzept noch um einen Anhang ergänzt werden. Dieses umfasst beispielsweise Zeugnisse, Verträge (auch in vorläufiger Form), Bilanzen (falls vorhanden), Selbstauskunft.