Dienstag, 22. Mai 2012

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Guido Langemann

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Unternehmenskonzept: Formalien

Ein aussagekräftiger Businessplan (bzw. Unternehmenskonzept) wird immer dann benötigt, wenn Dritte – also z. B. Banken, Beteiligungsgeber, Arbeitsagentur, Geschäftspartner, Lieferanten – vom eigenen Vorhaben überzeugt werden sollen. Aber auch beim Schritt in die Selbstständigkeit ohne fremde Unterstützung sollte stets ein Businessplan erstellt werden, um für sich selbst die entscheidende Frage „Mache ich mich selbstständig oder lasse ich es lieber bleiben?“ beantworten zu können.

Jedes Unternehmenskonzept hat einen Text- und einen Zahlenteil. Darüber hinaus sind aber auch noch formale Aspekte zu berücksichtigen, um einen Businessplan optimal in Form zu bringen:

Wenn ein Vorhaben nur dann realisiert werden kann, wenn es durch Dritte unterstützt wird, spielen formale Aspekte eine große Rolle. Ein Businessplan sollte daher stets die folgenden Punkte umfassen: 

Deckblatt
Das Deckblatt eines Unternehmenskonzeptes muss alle wichtigen Informationen zum Gründer/Gründerteam (Name, Adresse, Telefonnummer, E-Mail-Adresse, Homepage etc.) beinhalten. Außerdem sollte es kurz deutlich machen, worum es bei der Gründung geht (z.B.: Gründung einer Hundeschule, Übernahme eines Hotels, Start als Franchisenehmer mit dem xy-Konzept). Vor allem aber bietet bereits das Deckblatt die Chance, einen professionellen Eindruck zu hinterlassen. So könnte es auf dem später ohnehin noch zu erstellenden Briefpapier (inkl. Logo etc.) erstellt werden. Oder anders formuliert: „Das Auge isst mit!“

Inhaltsverzeichnis
Ein Inhaltsverzeichnis sollte jedem Businessplan vorangestellt werden; bei komplexeren Vorhaben ist es schlicht unverzichtbar. Dabei erfüllt ein Inhaltsverzeichnis zwei Aspekte: Zum einen bietet es dem Leser eine schnelle Orientierung. Zum anderen hilft eine klare Gliederung dabei, die Idee in allen Facetten strukturiert und ohne unnötige Wiederholungen zu erklären.

Zusammenfassung
Ein besonders wichtiger Punkt eines Businessplans ist eine Kurzzusammenfassung (bzw. executive summary). Diese soll einerseits den Leser möglichst schnell für das Vorhaben interessieren, andererseits die wesentlichen Eckpunkte kurz und knapp darstellen. Dafür sollten ein bis zwei DIN A4-Seiten vollkommen ausreichend sein.

Ganz vereinfacht muss eine Kurzzusammenfassung auf drei Fragen eingehen:

1. Wer macht sich selbstständig?

An dieser Stelle sind sowohl die fachlichen als auch die kaufmännischen Qualifikationen des Gründers/Gründerteams aufzuzeigen. Außerdem sollte auch auf die Motivation eingegangen werden. Ist die Selbständigkeit schon immer ein Ziel gewesen, oder wird sie nur als (letzte) Alternative zur Arbeitslosigkeit angestrebt? Wobei letztere Option sicherlich nicht niedergeschrieben werden sollte.

2. Was beinhaltet die Selbstständigkeit?

Neben einer kurzen Erläuterung zum eigenen Vorhaben (z.B. Gründung eines 150 qm großen Einzelhandelsgeschäfts für Damenoberbekleidung in der Rathausstraße von Neustadt...) sollte hier auch auf ein mögliches Alleinstellungsmerkmal eingegangen werden. Oder anders formuliert sollte mindestens ein guter Grund genannt werde, warum das eigene Unternehmen erfolgreich sein wird.

3. Wieviel Umsatz/Ertrag kann erwirtschaftet werden und wieviel Geld/Kapital wird dafür benötigt?

Schließlich sollten noch ein paar ausgewählte Kennzahlen (z.B. Umsatz, Wareneinsatz, Gewinn, Investitionsvolumen, Finanzierung, Eigen- und Fremdkapital etc.) dargestellt werden. Dieses hilft nicht zuletzt auch dabei z. B. bei einer Bank schnell den richtigen Ansprechpartner zu finden.

Textteil
Der Textteil beinhaltet Informationen zu allen wichtigen Aspekten des Vorhabens. Dabei sind die kritischen Aspekte, also die Punkte, die für den Erfolg oder Misserfolg von entscheidender Bedeutung sind, ausführlich darzustellen. Im Umkehrschluss können die Aspekte, die für ein Vorhaben eher unbedeutend sind auch ohne Qualitätsverlust sehr kurz beschrieben werden.

Zahlenteil
Der Zahlenteil greift im Grunde alle Überlegungen des Textteils auf und „übersetzt“ diese in Euro-Beträge. So finden beispielsweise die Überlegungen zu Personal und Marketing nun ihre Entsprechung im Liquiditätsplan. Dabei muss stets deutlich werden, dass Text- und Zahlenteil eng miteinander verwoben sind.

Anhang
Ein wesentlicher Part des Anhangs ist stets ein tabellarischer Lebenslauf des Gründers/Gründerteams. Dieser kann um Zeugnisse, Zertifikate etc. ergänzt werden.

Darüber hinaus bietet ein Anhang die Gelegenheit, wesentliche Punkte des Vorhabens detailliert aufzugreifen, um ihm so im wahrsten Wortsinne mehr Gewicht zu geben. So könnte ein Anhang beispielsweise die folgenden Punkte umfassen:

  • Miet- und Leasingverträge (im Entwurf)
  • Kaufverträge für Waren, Warenträger etc. (im Entwurf)
  • Kostenvoranschläge für Umbaumaßnahmen, Investitionen etc.
  • (ausgewählte) Werbematerialien wie Flyer, Visitenkarten, Zeitungsanzeigen (im Entwurf)
  • Arbeitsverträge (im Entwurf)
  • Bilanzen, betriebswirtschaftliche Auswertungen (BWAs) von Vorgängerbetrieben

Gerade beim Anhang wird deutlich, dass der Businessplan keineswegs nur geschrieben werden sollte, um „Dritte glücklich zu machen“. Vielmehr sollte er dem Gründer eine konkrete Hilfestellung und Handlungsanleitung beim Schritt in die Selbstständigkeit bieten.

Ein von Gründern häufig gestellte Frage lautet: „Welchen Umfang (gemessen in DIN A4-Seiten) sollte ein Businessplan haben?“ Diese Frage ist im Grunde nicht seriös zu beantworten, zumal die Länge eines Textes noch nichts über dessen Qualität aussagt. Grundsätzlich gilt, dass es Ideen gibt, die in weiten Teilen selbsterklärend sind (z.B. Handelsvertreter), während andere einer ausführlichen Erläuterung bedürfen. Als Daumengröße sollten die meisten Konzepte mit einem Umfang von 10 bis 25 Seiten gut auskommen. Dabei sollte vor allem die Punkte ausführlich dargestellt werden, die für den Erfolg einer Selbstständigkeit von entscheidender Bedeutung sind. Diese können von Branche zu Branche sehr unterschiedlich sein. So ist z. B. beim Einzelhandel der Standort von zentraler Bedeutung, während er für viele Dienstleister vollkommen unerheblich ist. Nebensächlichkeiten sollten auch als solche behandelt werden und daher nur wenig Raum innerhalb des Konzeptes einnehmen.

Auf jeden Fall muss der Businessplan auch für Nichtfachleute verständlich bleiben. Abkürzungen oder Fach-Chinesisch sollten allenfalls in Maßen eingesetzt werden, damit der Leser, der i. d. R. kein Branchenfachmann ist, überhaupt eine Chance hat, den Kern des Vorhabens zu erfassen.

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Letzte Änderung:  11.08.2011
Dokumenten-Nr.: 081121409
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