Donnerstag, 9. Februar 2012

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Henning Schiel

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Die sieben häufigsten Fehler

Der Gründungsprozess ist ein sehr komplexes Unterfangen, das jedoch mit Hilfe eines schriftlichen Unternehmenskonzeptes beherrschbar wird. Das wichtigste Ziel dieses Konzeptes ist also keineswegs die Überzeugungsarbeit am "Banker"; vielmehr sollte es dem Gründer vor allem als Planungsgrundlage bei der systematischen Prüfung der eigenen Geschäftsidee dienen und helfen gravierende Fehler zu vermeiden. Wie man die häufigsten sieben Fehler vermeidet:

Konzept selbst schreiben
Zunächst einmal muss das Unternehmenskonzept immer vom Gründer selbst geschrieben werden. Nur dann ist er in der Lage, die Fragen Dritter (z.B. eines Bankmitarbeiters) zu beantworten. Bei der Erstellung kann sich der Gründer selbstverständlich beraten lassen, wenn es Punkte gibt, die er nicht einwandfrei beherrscht.

Dabei sollten diese Arbeit als Chance angesehen werden, alle wichtigen Aspekte der Gründung systematisch zu bedenken. Werden dabei Schwachstellen entdeckt und ausgebessert, erhöht das letztlich die Erfolgsaussichten. Entpuppen sich die Schwachstellen hingegen erst bei der Realisierung, kann das viel Zeit und Geld kosten. Selbst wenn sich bereits bei der Konzepterstellung herausstellen sollte, dass die Idee nicht tragfähig ist, hat man im Zweifel noch viel gewonnen.

Schlüssig argumentieren
Das Unternehmenskonzept sollte nicht nur optisch einen ansprechenden Eindruck machen, sondern muss auch schlüssig dargestellt und klar gegliedert sein. Zu einer einfachen und verständlichen Ausdrucksweise, die auch Branchenfremde problemlos verstehen können, gibt es keine Alternative. Darüber hinaus sollte darauf verzichtet werden, umfassende Erläuterungen zu allen Detailfragen zu verfassen. Besser ist es, bei den zentralen Aspekten mit Beispielen zu arbeiten. Weniger wichtige Aspekte gehören in den Anhang.

Überzeugend präsentieren
Ein überzeugendes Unternehmenskonzept ist der Schlüssel für eine positive Beurteilung der Geschäftsidee durch Dritte – z. B. der Bank oder Sparkasse. Wichtig ist darüber hinaus auch eine überzeugende Präsentation. Oftmals kommen Gründer viel zu früh zur Bank. Sie besitzen dann noch kein ausgereiftes Konzept und können folglich keine genauen und fundierten Informationen geben.

Besser ist es, sich gut auf das Bankgespräch vorzubereiten. Sofern an diesem mehrere Personen teilnehmen, sollten die Rollenverteilung klar sein; beispielsweise könnte der "Kaufmann" im Team die betriebswirtschaftlichen Fragen beantworten, während der "Fachmann" Angaben zu Markt und Wettbewerb vorträgt. Dabei sollte stets der Versuch unternommen werden, sich in die Lage des Bankmitarbeiters hineinzuversetzen: Was für Fragen könnte er stellen? Und: Was für Antworten kann man ihm geben?

Kaufmännisch überzeugen
Die Bank oder Sparkasse muss überzeugt werden, dass der Gründer sowohl fachlich als auch kaufmännisch kompetent ist. Vor allem im kaufmännischen Bereich haben Gründer häufig Defizite. Auch mangelnde Erfahrung in der Branche stellt ein Risiko dar. Der Unternehmer in spe sollte sich deshalb selbst kritisch prüfen, in welchem Bereich er Schwächen hat und wie er diese Defizite – z.B. durch Seminare, Berater oder ein dichtes Netz an Kontakten - minimieren kann.

Markt und Wettbewerb kennen
Mitunter mangelt es Gründern an Kenntnissen über den Markt und den Wettbewerb. Die Geschäftsidee ist prima, unklar bleibt allerdings, ob sie sich am Markt durchsetzen lässt. Aus dem Unternehmenskonzept muss letztlich der erwartete geschäftliche Erfolg für Dritte ableitbar sein. Das heißt, es muss auf Daten, Fakten und plausiblen Annahmen beruhen, nicht auf dem Enthusiasmus des Gründers.

Finanzielle Reserven einbauen
Oftmals wissen Gründer nicht, wie viel Geld sie für den Start und die erste Zeit danach wirklich brauchen. Neben Investitions- und Finanzierungsplan sowie dem Rentabilitätsplan ist vor allem die Erstellung eines detaillierten Liquiditätsplans (auf monatlicher Basis) notwendig. Dieser hilft alle Ein- und Auszahlungen der Höhe und ihrem zeitlichen Bezug nach zu erfassen.

Dabei ist zu bedenken, dass es oftmals eine Weile dauert, bis sich die Umsätze und Erträge bis zum geplanten Umfang entwickeln, während die Kosten schon in voller Höhe das Konto belasten. Sind dann die finanziellen Reserven für die erste Zeit nach der Gründung zu knapp kalkuliert, kann es schnell zu einer ernsthaften Krise kommen. Gründer sollten also immer eine entsprechende Liquiditätsreserve vorhalten, mit der Unvorhergesehenes überstanden werden kann.

Für die Bewilligung eines Kredits ist das Einbringen von Eigenkapital – eine Daumengröße nennt dabei 15 Prozent – und Sicherheiten i.d.R. eine unabdingbare Vorraussetzung. Wer sein privates Vermögen nicht in vollem Umfang für die Verwirklichung der Gründungsidee einsetzen will, signalisiert Dritten letztlich nur, dass er sich nicht zu 100 Prozent mit seinem eigenen Vorhaben identifiziert.

Timing bedenken
Das Unternehmkonzept ist letztlich ein "Fahrplan", um den Gründungsprozess und die erste Zeit danach abzustecken. So muss der Gründer berücksichtigen, dass Genehmigungsverfahren oftmals mehr Zeit in Anspruch nehmen als geplant. Allein die Kreditgewährung ihrer Hausbank kann mehrere Wochen dauern. Die Bewilligung öffentlicher Hilfen schlägt dann schnell mit weiteren vier bis sechs Wochen zu Buche.

In der Folge kann es dann leicht passieren, dass der optimale Eröffnungstermin verpasst wird. Dies ist immer dann besonders ärgerlich, wenn die Nachfrage starken saisonalen Schwankungen unterliegt.

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Letzte Änderung:  31.07.2006
Dokumenten-Nr.: 100812680
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