Samstag, 11. Februar 2012

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Wie bleibe ich flüssig? – Liquiditätsplanung

Liquiditätsschwierigkeiten zählen zu den größten Problemen nicht nur junger Unternehmen. Selbst ein rentabel arbeitender Betrieb kann zahlungsunfähig werden: Es brauchen nur einige Rechnungseingänge später als erwartet eintreffen oder auszufallen. Wenn Sie dann nicht in der Lage sind, Ihre laufenden Kosten und einkommende Rechnungen zu bezahlen, sind Sie zahlungsunfähig und müssen Insolvenz anmelden. Aus diesem Grund gilt stets: Liquidität vor Rentabilität.

Eine Liquiditätsplanung ist daher ein wichtiges Instrument für Ihr Unternehmen. Mit ihr können Sie Ihre Liquidität systematisch überwachen und planen. Dabei ist die Liquiditätsplanung nicht nur für die Gründungsplanung, sondern auch für die Zeit danach von zentraler Bedeutung. Auf diese Weise können ggf. eintretende Anlaufverluste, Trends oder saisonale Schwankungen erfasst werden; gleiches gilt für die branchenüblichen Zahlungsgewohnheiten.

Das Prinzip der Liquiditätsplanung besteht darin, alle erwarteten Zahlungsströme, also alle Ein- und Auszahlungen, der Höhe und dem Zeitpunkt nach zu erfassen. Einzahlungen sind alle Vorgänge, bei denen der Zahlungsmittelbestand zunimmt. Auszahlungen sind alle Vorgänge, bei denen der Zahlungsmittelbestand abnimmt.

Die Liquiditätsplanung sollte für mindestens ein Jahr monatlich geplant werden. Dass die Planung immer ungenauer wird, je weiter Sie in die Zukunft geht, muss dabei in Kauf genommen werden.

  • Umsätze sind „Brutto“ (also mit Mehrwertsteuer) zu berücksichtigen. Skonti, Boni etc. sind selbstverständlich zu bedenken.
  • Bei den Auszahlungen ist folglich die abzuführende Mehrwertsteuer ebenfalls zu beachten.
  • Anlageinvestitionen werden zum Anschaffungszeitpunkt erfasst. Abschreibungen haben für die Liquiditätsrechnung keine Bedeutung.
  • Einige Kostenblöcke unterliegen monatlichen Schwankungen (Stichwort Weihnachtsgeld), die es zu beachten gilt.
  • Tilgungen sind liquiditätswirksam und müssen berücksichtigt werden. Dabei ist zu bedenken, dass Förderdarlehen mitunter erst nach zwei bis drei Jahren zu tilgen sind.
  • Umsatzsteuererstattungen oder Privatentnahmen sind zu berücksichtigen.

Das Ziel einer Liquiditätsplanung ist es, eine drohende Unterdeckung im Voraus zu erkennen. So kann wertvolle Zeit gewonnen werden, um Gegenmaßnahmen (z. B. zusätzliche Kredite) zu ergreifen. Ferner können Sie versuchen, entweder Ihre Einzahlungen zu erhöhen bzw. diese schneller zu realisieren oder Ihre Auszahlungen zu senken bzw. zeitlich zu verzögern.

Einzahlungen erhöhen:

  • Sonderaktionen für Barzahler
  • Gewährung von Rabatten einschränken
  • Nachkalkulation und gegebenenfalls Preisanpassung
  • bessere Auslastung der Kapazitäten
  • Verkauf von nicht benötigten Vermögens.

Einzahlungen schneller realisieren:

  • Anzahlungen einfordern
  • Verkürzung der Zahlungsziele
  • Intensivierung des Mahnwesens
  • schnellstmögliche Versendung der Ausgangsrechnung
  • Verkürzung der Lieferzeit
  • Bankeinzug bei Dauerkunden
  • Lieferung gegen Nachnahme oder Lastschriftverfahren.

Auszahlungen reduzieren:

  • Lagerbestände und Ausschuss reduzieren
  • Einkaufspreise reduzieren durch Nutzung von Skonti und Rabatten
  • Kostenarten auf mögliche Reduzierung untersuchen
  • Betriebsabläufe analysieren und optimieren.

Auszahlungen zeitlich verzögern:

  • Leasing
  • Ratenzahlung
  • längere Zahlungsziele vereinbaren
  • Tilgung nach Rücksprache mit Kreditgebern aussetzen
  • Investitionen verschieben
  • Privatentnahmen reduzieren
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Letzte Änderung:  13.05.2004
Dokumenten-Nr.: 100812675

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