
Eine präzise Planung Ihres Kapitalbedarfs ist die Grundlage einer jeden Finanzplanung. Oftmals wird erst im Verlauf der Planungen deutlich, wie viel Kapital wirklich benötigt wird. Die Bank oder Sparkasse wird Ihnen jedoch nur dann Geld geben, wenn Sie genau darstellen können, wofür Sie das Geld brauchen.
Aber die Investitionsplanung ist nicht nur für die Kreditinstitute, sondern auch für Ihre weiteren Planungsrechnungen, wie die Liquiditäts- und Rentabilitätsplanung sowie vor allem die Finanzierungsplanung wichtig. Ihre Erlöse lassen sich letztlich nur schätzen. Ihre Kosten – vor allem Ihre einmaligen Investitionen vor dem Start – hingegen können in der Regel präzise ermittelt werden. Belegen Sie daher Ihre Planzahlen wenn möglich immer mit Kostenvoranschlägen. Dennoch sollten Sie stets eine Reserve für Unvorhergesehenes in Ihrer Planung berücksichtigen.
In Ihrem Kapitalbedarfsplan müssen Sie alle Beträge mit Nebenkosten (zum Beispiel für die Lieferung und Installation) abzüglich Rabatten und Skonti berücksichtigen. Ob Sie die Umsatzsteuer berücksichtigen müssen hängt davon ab, ob sie als Kleinunternehmer tätig sind oder nicht.
In die Investitionsplanung gehen alle Anschaffungen ein, die Sie später für Ihr Geschäft nutzen. Dazu zählen sowohl langfristige Investitionen (zum Beispiel Grundstücke oder Gebäude, Maschinen und Geräte sowie Fahrzeuge und Einrichtungsgegenstände) als auch mittel- und kurzfristige Investitionen (zum Beispiel Erstausstattung des Waren- und Materiallagers, sowie die Ausstattung mit Roh-, Hilfs- und Betriebsstoffen).
Weiterhin müssen Sie Ihren Betriebsmittelbedarf darstellen. Hierzu gehört die Vorfinanzierung von Aufträgen/Forderungen sowie der Bedarf für die (zumeist sehr schwierige) Anlaufphase. Zusätzlich gehen bei der Ermittlung des Finanzierungsbedarfs alle mit dem Start des Unternehmens unmittelbar zusammenhängenden einmaligen Kosten ein. Diese Gründungskosten bestehen unter anderem aus Kautionen, Beratungen, den nötigen Anmeldungen und Genehmigungen, der Markteinführung und der Anwerbung von Personal.
Grundsätzlich gilt selbstverständlich: Hinterfragen Sie jede einzelne Anschaffung kritisch nach Ihrer Notwendigkeit. Halten Sie die Kosten so niedrig wie möglich. Überlegen Sie, ob Sie Büroeinrichtungen, Geräte oder etwa Anlagen gebraucht kaufen oder möglicherweise mieten können. Eine Alternative kann Leasing darstellen, da es den benötigten Kapitalbedarf - bei höheren laufenden Kosten - senkt. Die reibungslose Umsetzung Ihrer Geschäftsidee muss jedoch trotz allen Sparens gewährleistet bleiben.