
Die Mitarbeiterbeteiligung ist eine relativ alte, vielfältig bewährte und trotzdem nur vereinzelt angewandte Finanzierungsvariante. Worum geht es dabei genau?
Unter Mitarbeiterbeteiligung versteht man die vertragliche, dauerhafte Beteiligung einzelner Mitarbeiter am Kapital des Arbeit gebenden Unternehmens. Das Entgelt für die Kapitalbereitstellung kann entweder fest vereinbart (z. B. Mitarbeiterdarlehen) oder vom Erfolg des Unternehmens abhängig sein (z. B. Belegschaftsaktie). Daneben sind mit einer Kapitalbeteiligung je nach Vertragsverhältnis gegebenenfalls auch Informations-, Kontroll- und Mitwirkungsrechte verbunden.Es gibt kein Standardmodell, es haben sich aber zwei Hauptgruppen herausgebildet.
Kapitalbeteiligung
Hier beteiligen sich Mitarbeiter über Eigenkapital (z. B. Kauf von Gesellschaftsanteilen), Fremdkapital (z. B. Vergabe von Darlehen an das Unternehmen) und/oder Mischformen (z. B. Stille Beteiligung) entweder direkt oder indirekt über eine zwischengeschaltete Mitarbeitergesellschaft am Unternehmen.
Erfolgsbeteiligung
Hier erhalten Mitarbeiter neben dem Grundlohn bzw. –gehalt weitere Zuwendungen beispielsweise in Abhängigkeit vom Gewinn, Umsatz, Produktivitätssteigerung und/oder Kostenreduzierung.
Die beiden Hauptgruppen sind untereinander auch kombinierbar. So kann z. B. die Verzinsung eines dem Unternehmen gewährten Darlehens der Mitarbeiter an den Erfolg des Unternehmens gebunden werden.
Denkbar ist auch die Umwandlung von Arbeitszeitguthaben in Geld, welches wiederum in das Unternehmen eingebracht wird. Mitarbeiter erhalten im Falle einer Umwandlung in Darlehen Zinsen, das Unternehmen verfügt längerfristig über die Liquidität.
Vorteile für Unternehmen:
Die Mitarbeiterkapitalbeteiligung kann bei Unternehmen
Nachteile der Mitarbeiterbeteiligung:
Diesen Vorteilen der Mitarbeiterkapitalbeteiligung steht eine Reihe von Nachteilen gegenüber:
Vergleicht man die Vor- und Nachteile der Mitarbeiterbeteiligung, stellt man schnell fest, dass diese Finanzierungsform als Alternative für die Unternehmensfinanzierung nur in wenigen Fällen attraktiv ist. In den meisten Fällen kann der Finanzsektor die Mittel effizienter bereitstellen.
Grund für die Einführung der Mitarbeiterbeteiligung ist in den meisten Unternehmen weniger die Liquiditätsbeschaffung als vielmehr die Mitarbeiterbindung, die Motivation, die Förderung der innovativen Kräfte sowie des unternehmerischen Denkens der Mitarbeiter.