
Rund zwei Drittel der 349.000 Frauen, die im vergangenen Jahr in die Selbstständigkeit gestartet sind, vollzogen ihre Gründung im Nebenerwerb. Dies zeigt die Studie "Gründerinnen – Frauen als eigene Chefs" auf Basis des KfW-Gründungsmonitors.
Die Gründe für den geringeren Gründungsumfang liegen häufig in den persönlichen Präferenzen: Frauen übernehmen nach wie vor oft die Verantwortung für Familie und Haushalt. Daher schätzen viele Frauen die zeitliche Flexibilität einer Selbstständigkeit im Nebenerwerb, die es ihnen erlaubt, Beruf und Familie zu vereinbaren. Zudem kommt eine Nebenerwerbsgründung der geringeren Risikoneigung von Frauen entgegen, da die Geschäftsidee zunächst getestet und die Selbstständigkeit im Erfolgsfall auf den Vollerwerb ausgeweitet werden kann.
In den Branchen, in denen Frauen besonders häufig gründen, lassen sich Unternehmensstarts mit geringem Mitteleinsatz und reduziertem Zeitaufwand gut umsetzen. Rund 43 Prozent aller Gründerinnen starten beispielsweise im Bereich „Persönliche Dienstleistungen“, der wenig kapitalintensiv ist und unter anderem die Branchen Bildung, Gesundheitswesen oder den Unterhaltungssektor umfasst.
Gründungen von Frauen sind sowohl im Voll- als auch im Nebenerwerb von Anfang an kleiner dimensioniert als Gründungen von Männern: Rund drei Viertel der Gründerinnen starten ihre Selbstständigkeit ohne Mitarbeiter (Gründer: 64 Prozent). Zudem kommen Gründerinnen mit noch geringerem Mittelbedarf aus als Gründer: 15 Prozent der Starterinnen setzen weder Sach- noch Finanzmittel ein (Gründer: 9 Prozent). Die Gründerinnen, die zum Start ihrer Selbstständigkeit externe Finanzmittel benötigen, nutzen dann bei ähnlichen Projekten vergleichbar hohe Finanzierungsvolumina wie die männlichen Gründer.
Ein zentraler Indikator für den Erfolg von Gründungsprojekten ist ihre Bestandsfestigkeit. Hier zeigt sich, dass Gründungen von Männern und Frauen mit vergleichbaren Projekteigenschaften (wie Größe, Finanzausstattung oder Branche) und ähnlichem persönlichem Hintergrund (wie Ausbildung oder Gründungsmotiv) gleich lang am Markt bleiben.
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