
Mehr als jeder dritte Unternehmer hat Schwierigkeiten, den richtigen Nachfolger für seinen Betrieb zu finden, so die Einschätzung der IHK-Berater für Unternehmensnachfolge der 80 Industrie- und Handelskammern in einer aktuellen Umfrage zum DIHK-Report zur Unternehmensnachfolge 2010. Grundlage sind über 21.500 Kontakte der IHK-Berater mit Senior-Unternehmern und Existenzgründern, die an der Übernahme eines Unternehmens interessiert sind.
Die Suche nach neuen Unternehmenslenkern wird laut Einschätzung der IHK-Organisation in den nächsten Jahren noch schwieriger werden. Durch die demografische Entwicklung müssen immer mehr Betriebe den Generationswechsel meistern und das bei einer sinkenden Zahl von potenziellen Nachfolgern.
Es gibt jedoch auch gute Nachrichten: Im Zuge des steigenden Gründungsinteresses haben 2009 deutlich mehr Existenzgründer die Unternehmensnachfolge als Start ins Auge gefasst und sich bei ihrer IHK hierzu erkundigt. Die IHKs führten im Jahr 2009 rund 8.400 Gespräche mit potenziellen Übernehmern (7.900 im Vorjahr). Viele Existenzgründer sehen in der Nachfolge einen vielversprechenden Start – auch wenn dieser sehr anspruchvoll ist. Zudem haben mehr Erwerbstätige eine Unternehmensnachfolge als Chance gesehen, Erwerbslosigkeit zu verhindern. Allerdings unterschätzen etliche Existenzgründer die Anforderungen beim Sprung auf den Chefsessel.
Als Hemmnis Nummer 1 für den Nachfolger beobachten die IHKs nach wie vor Finanzierungsprobleme der nachfolgeinteressierten Existenzgründer. Mit 59 Prozent wird ist dieses Thema jedoch noch zentraler geworden als im Vorjahr (49 Prozent). Zwar hat sich die allgemeine Finanzierungssituation stabilisiert; im Zuge der Finanzmarktkrise mehren sich jedoch auch die Anzeichen, dass es zu einem vorsichtigeren Risikoverhalten der Kreditinstitute kommt. Kreditinstitute und Finanzierungspartner sind aufgerufen, bei der Unternehmensnachfolge die Perspektiven des Betriebs herauszuheben. Dreh- und Angelpunkt für den Nachfolger ist ein stichhaltiges Konzept, das Kapitalgeber überzeugt.
Trotz aller Hemmnisse konnten die IHKs im Jahr 2009 mehr als 1.000 Unternehmen erfolgreich an einen Nachfolger vermitteln– 13 Prozent mehr als im Vorjahr. Für die Suche nach einem geeigneten Kandidaten für die Übernahme des Betriebes oder die Suche nach einem Unternehmen, das übernommen werden kann, bieten die IHKs mit der Unternehmensbörse nexxt-change den mit 10.000 Angeboten und Nachfragen bundesweit größten Marktplatz für Unternehmen.
Nachfolgeberatung durch die IHK Hannover
Die IHK Hannover unterstützt Unternehmer und potentielle Nachfolger vor Ort mit Informationen, Einzelberatungen und der Unternehmensbörse „nexxt-change“.
Anzeigen in der Unternehmensbörse „nexxt-change“ werden unter Chiffre-Nummern im Internet und in der IHK-Zeitschrift „Niedersächsische Wirtschaft“ veröffentlicht. Rufen Sie uns an (0511-3107-336) oder informieren Sie sich durch Klick auf das seitlich stehende Fernglas-Symbol.
Darüber hinaus führt die IHK Hannover in Kooperation mit der Steuerberaterkammer Niedersachsen Nachfolge-Sprechtage durch. Unternehmer und Gründer erhalten dabei die Gelegenheit, sich in kostenfreien und streng vertraulichen Einzelgesprächen von Steuerberatern und Experten der IHK beraten zu lassen. Dabei werden sowohl familieninterne Fragestellungen als auch die Abgabe an Mitarbeiter oder an Dritte diskutiert.